Der Löschzug Nord der Freiwilligen Feuerwehr Fredersdorf-Vogelsdorf hat eine neue Heimstätte. Die Einsatzkräfte sind bereits Ende April in den Neubau in der Bruchmühler Straße 18 neben dem in die Jahre gekommenen alten Feuerwehrhaus gezogen. Aber erst jetzt haben sie das richtig gefeiert.
Mehr als 100 Gäste, darunter Kreisbaudezernentin Christiane Fälker und befreundete Feuerwehrleute aus Petershagen-Eggersdorf und Bruchmühle, haben sich am 19. Mai die neue Wache angeschaut und ihre Inbetriebnahme mit den Einsatzkräften aus Fredersdorf gefeiert.
„Dieser Neubau ist für uns ein Meilenstein“, sagte Gemeindewehrführer Thomas Rubin, der aktuell kommissarisch auch den Löschzug Nord leitet. Das neue Domizil erfüllt ihm zufolge modernste Ansprüche. Vor allem hätten die dort stationierten Feuerwehrleute endlich mehr Platz.
Sie müssen sich laut des Gemeindewehrführers jetzt nicht mehr in einer engen Halle neben den Fahrzeugen umziehen, wie das in der in die Jahre gekommenen, alten Wache der Fall war. „Nun haben wir optimale Voraussetzungen für die nächsten Jahrzehnte“, betonte der Wehrführer.
Auch den Einsatzkräften gefällt die neue Wache. „Die Bedingungen sind hervorragend“, sagte Oberbrandmeister Oliver Günther bei einem Rundgang durch das neue Feuerwehrhaus auf Nachfrage unserer Redaktion. „Das ist ein Quantensprung im Vergleich zu vorher.“
Der ehemalige Standort direkt nebenan, in den der Jugendklub einziehen soll, war zu klein und nicht so ausgestattet, wie es heute Standard für die Feuerwehr ist. „Es war dringend erforderlich, etwas zu unternehmen“, machte Uwe Schüler (CDU) bei der Eröffnungsfeier deutlich. Der Staatssekretär im Potsdamer Innenministerium war bereits vor fünf Jahren in Fredersdorf-Vogelsdorf. Damals hatte er einen Scheck in Höhe von 720.000 Euro vorbeigebracht.
Ohne diese Fördermittel aus der Feuerwehrinfrastruktur-Richtlinie der damaligen Landesregierung wäre das Vorhaben in dieser Größenordnung für Fredersdorf-Vogelsdorf „kaum machbar gewesen“, stellte Bürgermeister Thomas Krieger (parteilos) klar. Die ihm zufolge 2020 begonnene Planung für den Neubau sei ambitioniert gewesen. Im Rückblick war es aber ein schwieriges Projekt, wies der Rathaus-Chef insbesondere auf die zahlreichen Verzögerungen auf der Baustelle hin.
„Von Leistungsverweigerungen der nach ordentlichen Vergaben beauftragten Planungsfirma über gekündigte Verträge bis zu notwendigen Ersatzvornahmen, da mit Gewerken beauftragte Firmen nicht geleistet haben: Die Liste der Widrigkeiten war lang“, erinnerte Krieger an zahlreiche Probleme, die dazu führten, dass die Eröffnung des Neubaus sich verzögerte. Ursprünglich sollte die Wache schon vor zwei Jahren in Betrieb genommen werden. Geplanter Baustart war 2022. Tatsächlich haben die Arbeiten am Neubau erst im Januar 2024 begonnen.
„Dass wir seit Mai 2025 die Bauleitung mit eigenen Kräften in der Bauverwaltung übernommen und das Projekt erfolgreich abgeschlossen haben, war ein Kraftakt“, sagte Krieger. Trotz der Verzögerung dürfte das Vorhaben im Kostenrahmen geblieben sein. Die Schlussrechnung liege jedoch bisher nicht vor, räumte der Bürgermeister ein. Auch müssten noch kleinere Mängel behoben werden.
Fredersdorf-Vogelsdorf hat für den Neubau des Feuerwehrhauses in der Bruchmühler Straße insgesamt 4,8 Millionen Euro eingeplant. Ursprünglich waren es nur 3,6 Millionen Euro.
Das neue, einstöckige Feuerwehrhaus bietet in der 330 Quadratmeter großen Halle mit moderner Abgasabsaugung Platz für vier statt nur drei Fahrzeuge wie im Altbau. Der dahinterliegende Sozialtrakt mit Umkleide, nach Geschlechtern getrennten Toiletten und Duschen, Küche, Besprechungsraum, Werkstatt, Trockenraum mit Waschmaschine und Trockner, verschiedenen Lagerräumen sowie einem Sportraum ist um etwa 500 Quadratmeter groß.
Hinter dem Neubau befinden sich ein Parkplatz – und ein knapp 15 Meter hoher Übungsturm für die Einsatzkräfte. „Dort spielen wir verschiedene Szenarien durch“, erläuterte Oberbrandmeister Günther. So werden dort etwa der Einsatz der Drehleiter und der Einstieg über Dachfenster trainiert.






Artikel und Bilder von MOZ, Dirk Nierhaus
